Stadtwerke Stuttgart wollen Windpark Jettingen übergeben

ForstBW Green Energy soll Projektrechte übernehmen

Jettingen, Stuttgart – Die Weichen für den Ausbau der Windkraft im Landkreis Böblingen sind neu gestellt: Die Stadtwerke Stuttgart planen die Projektrechte für den geplanten Windpark Jettingen an die ForstBW Green Energy GmbH zu übergeben. Das Unternehmen ist Eigentümer der Flächen, auf denen die Windräder gebaut werden sollen.

Das Vorhaben im Nordosten des Gemeindegebiets (Teilregionalplan-Windvorranggebiet BB-07) ist bereits weit fortgeschritten; der Genehmigungsantrag nach Bundesimmisionsschutzgesetz (BImSchG) ist nach dem vereinfachten Verfahren nach § 6 WindBG eingereicht und letzte Nachforderungen der Behörde werden bearbeitet. Sämtliche erforderlichen Gutachten zum Natur-, Artenschutz-, Grundwasser- und Immissionsschutz sind dann abgeschlossen.

„Der Windpark Jettingen ist ein bedeutendes Projekt für den Ausbau erneuerbarer Energien in Baden-Württemberg“, sagt Peter Drausnigg, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart. „Wir haben das Vorhaben mit großer Sorgfalt bis zur Genehmigungsreife entwickelt. Die Übergabe der Projektrechte an ForstBW Green Energy GmbH hat übergeordnete projektspezifische Gründe, die letztendlich auch durch die Entwicklung der politischen Rahmenbedingungen verursacht sind.“

Hoher Ertrag und optimiertes Design für mehr Akzeptanz

Geplant sind nun vier statt ursprünglich fünf Windenergieanlagen. Der jährliche Gesamtstromertrag soll rund 55 Millionen Kilowattstunden betragen. Das entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von etwa 22.000 Zweipersonenhaushalten.

„Ich freue mich, dass mit dem Verzicht auf die ortsnächste Windenergieanlage eine wichtige Forderung der Gemeinde Jettingen umgesetzt wird. Der Abstand zu den nächstgelegenen Wohngebäuden in Oberjettingen und im Öfele vergrößert sich dadurch um fast 50 Prozent – um rund 500 Meter auf etwa 1.600 Meter. Zugleich soll die Bevölkerung vor Ort vom Windkraftausbau profitieren, etwa durch eine Beteiligung über eine Bürgerenergiegenossenschaft. „Es ist mir wichtig, bei Infrastrukturprojekten wie Windkraftanlagen die Menschen vor Ort mitzunehmen, Belastungen zu minimieren und die Bevölkerung an der Wertschöpfung zu beteiligen“, sagt Hans Michael Burkhardt, Bürgermeister der Gemeinde Jettingen.

Vorteile für Kommunen und Bürger vor Ort

Auch wirtschaftlich bietet der Windpark der Region Vorteile. Neben den gesetzlichen Kommunalabgaben pro erzeugter Kilowattstunde Strom fließt künftig die Gewerbesteuer aus dem Gewinn des Projekts nach Jettingen.