Standort Tauschwald ist für zwei Windenergieanlagen wirtschaftlich – Projekt wird bis zur Baureife entwickelt

Stuttgart – Der Windenergie-Standort Tauschwald im Stuttgarter Norden kann mit zwei Windenergieanlagen wirtschaftlich betrieben werden und  mit sauberem Strom für 5000 Haushalte einen substantiellen Beitrag zur urbanen Energiewende in der Landeshauptstadt leisten. Das teilten die Stadtwerke Stuttgart am Donnerstag, 5. März, in Stuttgart mit.

Die Stadtwerke starten jetzt die nächsten Schritte, um die erforderlichen Genehmigungen zur Realisierung von zwei Windenergie-Anlagen im Tauschwald zu erhalten und um das Projekt bis zur Baureife zu entwickeln. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass dies 15 Monate in Anspruch nimmt. „Dazu gehört auch eine breite Beteiligung der Bürgerschaft“, sagte Dr. Michael Maxelon, Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, am Donnerstag. Um das Projekt bis zur Baureife zu entwickeln, ist noch die Zustimmung des Gemeinderats erforderlich. Die finale Beschlussfassung von Stadtwerken und Gemeinderat zur Realisierung bei den Stadtwerken und im Gemeinderat wird Mitte 2016 erwartet. Sollten die Beschlüsse positiv sein, könnten die  Windenergieanlagen im vierten Quartal 2017 nach etwa einem halben Jahr Bautätigkeit in Betrieb gehen.

„Grundlage für die jetzige Entscheidung, das Projekt bis zur Baureife fortzuführen, ist das positive Ergebnis der Untersuchungen zur Wirtschaftlichkeit“, sagte Maxelon. Mit einer einjährigen Windmessung haben Gutachter im Auftrag der Stadtwerke die Windhöffigkeit des Standorts untersucht und  eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 5,81 Metern pro Sekunde auf Nabenhöhe einer Windenergieanlage ermittelt. Parallel dazu wurde ein Artenschutzgutachten von einem unabhängigen Gutachter erstellt. „Unter Berücksichtigung der beiden Gutachten und von anderen, wesentlichen Einflussgrößen auf den Betrieb der Anlagen gehen wir  davon aus, im Tauschwald sauberen Ökostrom für rund 5000 Haushalte produzieren zu können“, sagte Maxelon. Die erwartete Energieerzeugung liege bei über 14 Millionen Kilowattstunden jährlich; außerdem würden durch die Nutzung der Windenergie für die Stromproduktion mehr als 10.000 Tonnen klimaschädliche CO2-Emissionen vermieden. „Der Windenergie-Standort Tauschwald kann  einen substantiellen Beitrag zur urbanen Energiewende in Stuttgart leisten“, sagte Maxelon.

„Transparenz, Dialog und Bürgerbeteiligung sind für die Stadtwerke integrale Bestandteile der eigenen Projektentwicklung“, sagte Maxelon. Für den Windenergie-Standort Tauschwald ist eine Anpassung des Landschaftsschutzgebiets erforderlich, damit in einem Teilbereich Wind-energieanlagen erlaubt sind. Hierfür ist das Umweltamt der Stadt Stuttgart zuständig. Zudem muss beim Verband Region Stuttgart ein Ziel-abweichungsverfahren beantragt werden. In beiden Verfahren ist eine aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger  vorgesehen. „Im Falle des zentralen Genehmigungsverfahren nach dem Bundes-Immissionsschutz-gesetz wäre eine Öffentlichkeitsbeteiligung nicht zwingend erforderlich, aber wir wollen auch da gezielt eine Bürgerbeteiligung“, betonte Maxelon.

Zur ersten Orientierung der Bürgerinnen und Bürger über das Projekt haben die Stadtwerke am Donnerstag auf ihrer Homepage ein aktuelles Dossier veröffentlicht, das eine Vielzahl von Fakten enthält und den Genehmigungsprozess beschreibt, aber auch kritische Fragen zur Windkraft nicht außer Acht lässt.

In den nächsten Wochen wollen die Stadtwerke dem Stuttgarter Gemeinderat sowie den Bezirksbeiräten von  Feuerbach, Weilimdorf und Botnang ihr Vorhaben erläutern und Rede und Antwort stehen. „Auch die Bürgerinnen und Bürger haben in nächster Zeit viele Möglichkeiten, den Dialog mit uns aufzunehmen oder ihre Beiträge im Genehmigungs-verfahren einzubringen – und das lange vor den finalen Projektbeschlüssen“, betonte Maxelon. Sollten die Windenergieanlagen realisiert werden, wolle man den Bürgerinnen und Bürger außerdem die Möglichkeit schaffen, sich zu attraktiven Konditionen finanziell an den Anlagen zu beteiligen. „Damit erhöhen wir nochmals die Wertschöpfung vor Ort“, sagte Maxelon.