Stadtwerke starten Pilotprojekt: Dezentrale Erzeugung und Nutzung von Energie für die Wohnungswirtschaft

Stuttgart - Die Stadtwerke Stuttgart haben ein neu errichtetes Wohngebäude mit 35 Wohneinheiten im Stuttgarter Norden mit einer Kombination eines hocheffizienten Blockheizkraftwerks (BHKW) und einer Solarstromanlage ausgestattet. „Die Bewohner des Gebäudes können dadurch von niedrigeren Strom- und Heizkosten profitieren“, sagte Dr. Michael Maxelon, Geschäftsführer der Stadtwerke, am Freitag bei einer Pressekonferenz in der versorgten Immobilie. Die deutlich reduzierte CO2-Belastung sei ein weiterer, positiver Beitrag für Stadtklima und Umwelt.

Das Pilotprojekt der Stadtwerke steht für eine dezentrale Energieversorgung: Das BHKW und ein Brennwertkessel stellen die komplette Energie für Heizung und Warmwasser zur Verfügung. Parallel dazu liefert das BHKW rund 50 Prozent des angenommenen Strombedarfs der 35 Wohnungen. Weitere 30 Prozent erzeugt die Solarstromanlage auf dem Dach. Insgesamt werden so rund 80 Prozent des Haushaltsstroms bedarfsabhängig vor Ort erzeugt und vor Ort verbraucht. „Die Dimensionierung beider Anlagen erfolgte exakt auf Basis des prognostizierten Energiebedarfs im Gebäude“, sagte Maxelon. „Die Stromerzeugung ist zudem auf die Jahreszeit abgestimmt.“ Während das BHKW in der kalten Jahreszeit mit bis zu 90 Prozent den Großteil des benötigten Stroms liefert, trägt die Photovoltaikanlage während der warmen Jahreszeit im ähnlichen Umfang die Hauptlast. Falls noch zusätzlich Strom benötigt wird, liefern die Stadtwerke ergänzend ihren Ökostrom. „In Summe sorgt diese maßgeschneiderte Lösung für eine besonders effiziente und damit ressourcenschonende Energieerzeugung, und das in Verbindung mit niedrigeren Energiepreisen“, sagte Maxelon.

Der KfW-70-Baustandard trage außerdem zur guten Energiebilanz bei. Beim Strom wird für einen Drei-Personen-Haushalt eine jährliche Ersparnis von 110 Euro gegenüber dem aktuellen Grundversorgertarif in Stuttgart erwartet. Auch die Kosten für Heizung und Warmwasser sollen, im Vergleich zum bundesweiten Heizspiegel, deutlich unter Durchschnitt liegen. „In diesem Pilotprojekt können nicht nur Immobilieneigentümer, sondern auch Mieter von den günstigeren finanziellen Randbedingungen einer Stromerzeugung im eigenen Gebäude profitieren“, sagte Maxelon. Das sei ein wichtiges Zukunftsthema für die Energiebranche. „Dieses innovative Mieterstrommodell wollen die Stadtwerke künftig auf andere Projekte ausweiten.“ Eine zweite Anlage, die ausschließlich mit einem BHKW arbeitet, haben die Stadtwerke bereits in einem Bestandsgebäude mit 22 Wohneinheiten in Stuttgart-Weilimdorf realisiert.

Weitere Besonderheit der beiden Projekte ist das sogenannte Contracting: Dabei übernehmen die Stadtwerke die Investition für die Energieerzeugungsanlagen; sie bleiben Eigentümer und Betreiber und tragen auch das Betriebs- und Effizienzrisiko. Die Bewohner erhalten also „fertige“ Wärme für Heizung und Warmwasser sowie optional Strom geliefert. „Dieses Modell wollen wir in naher Zukunft gemeinsam mit der Wohnungswirtschaft Zug um Zug in der Fläche umsetzen“, sagte Maxelon. „Damit können wir nach unserem 2014 gestarteten Solarstrom-Angebot den nächsten Beitrag zum Ausbau der Erneuerbaren Energien im Stadtgebiet und für die urbane Energiewende leisten.“

Ergänzende Informationen zum Wohngebäude Mönchstraße 17+19
Das Bauvorhaben umfasst den Neubau eines Mehrfamilienhauses im KfW-70-Standard mit 35 Eigentumswohnungen sowie 49 Tiefgaragen-Stellplätzen in einer ruhigen und dennoch zentralen Wohnlage in der Innenstadt von Stuttgart. Insgesamt entstehen circa 3000 Quadratmeter Wohnfläche, aufgeteilt in Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen zwischen 50 und 117 Quadratmeter. Der Baukörper umfasst zwei Tiefgaragen-Geschosse, zwei Gartengeschosse mit Maisonette-Wohnungen sowie weitere Wohnungen im Erdgeschoss bis zum fünften  Obergeschoss.

Bauherrin ist die Grundstücksgesellschaft Wolframstraße Stuttgart mbH. Das Vorhaben ist ein gemeinsames Projekt der ASPA-Gruppe aus Aspach (zuständig für die Bauträgertätigkeit sowie den Vertrieb) und der Loesch Architekten GmbH aus Stuttgart (Architektur und Bauabwicklung). Die Firmen arbeiten seit Jahren zusammen und haben in der Vergangenheit bereits mehrere Wohnbau- und Gewerbebauprojekte im Raum Stuttgart, Rems-Murr und Ludwigsburg realisiert. Die Unternehmen sind spezialisiert auf Entwicklung und Bau in innerstädtischen Lagen, bevorzugt die Bebauung von Baulücken sowie leerstehender Liegenschaften.

Kontakt:
ASPA Bauträger GmbH: Herr Andreas Benignus, Geschäftsführer, [email protected]; www.aspa-bau.de

Loesch Architekten GmbH: Herr Malte Loesch, Geschäftsführer, [email protected]; www.lhoch2.de

Im Downloadbereich finden Sie einen Steckbrief zum Pilotprojekt der Stadtwerke in Stuttgart-Nord sowie Pressefotos von der Vorstellung des Projektes am 6. Februar 2015.

Hinweis für die Redaktion: Die Bildmotive vom Pressetermin können Sie für Ihre Berichterstattung verwenden. Der Abdruck ist mit dem Bildhinweis „Stadtwerke Stuttgart“ kostenfrei.