ÖKOSTROM & ERDGAS

Fragen und Antworten

Die wichtigsten Fragen rund um das Thema „Energiekrise“ bzw. die aktuelle Energielage beantworten wir für Sie in unseren FAQs. (Letzte Aktualisierung: 24. November 2022).

Was sind die aktuellen Entwicklungen?

Am 21. Oktober hat der Bundestag einen „Abwehrschirm“ in Höhe von 200 Milliarden Euro beschlossen. Damit sollen die Folgen der gestiegenen Strom- und Gaspreise abgemildert werden. Aus diesem Budget werden Strom- und Gaspreisbremsen sowie die Dezember-Hilfe finanziert.

Durch die Pipeline Nord Stream 1 fließt kein Gas mehr nach Deutschland und Europa. Die Versorgungssituation ist daher angespannt. Zwar sind die Gasspeicher durch teure Alternativbeschaffungen zu Beginn des Winters gut gefüllt, doch kann sich die Situation je nach Gasverbrauch rasch ändern. Sparen bleibt deshalb das Gebot der Stunde. 

Preise & Entlastungen

icon/arrow-right Welche staatlichen Hilfen und Entlastungen gibt es gegen die gestiegenen Energiekosten? Soforthilfe für Gas- und Wärmekunden

Die Dezemberkosten aller Gas- und Wärmekunden übernimmt der Bund:
Am 14. November wurde das Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz vom Bundesgesetzgeber beschlossen. Danach entlastet der Bund Verbraucherinnen und Verbraucher bei ihren Erdgas- und Fernwärme-Kosten durch eine Einmalzahlung im Dezember. Da die Entlastung begrenzt ist, ist Energiesparen weiterhin wichtig.
Wenn Sie Ihre Gaskosten per Lastschrift bezahlen, bedeutet das: die Stadtwerke Stuttgart ziehen für den Monat Dezember keinen Abschlag ein. Falls Sie selbst überweisen, setzen Sie die Zahlung für Dezember 2022 einfach aus. Die Kostenübernahme durch die Bundesregierung werden wir in der Jahresendabrechnung transparent darstellen. Falls Sie versehentlich überweisen, wird Ihnen die Entlastungszahlung vom Bund trotzdem gutgeschrieben. 

Der Entlastungsbetrag, den der Bund für Sie übernimmt, wird nach einer gesetzlich festgelegten Formel ermittelt. Es gilt: 

  • Ein Zwölftel ihres prognostizierten Jahresverbrauchs multipliziert mit 
  • Ihrem Bruttoarbeitspreis im Monat Dezember
  • plus ein Zwölftel Ihres Bruttogrundpreises

Mieterinnen und Mieter, die ihren Gasvertrag nicht direkt mit uns geschlossen haben, erhalten ebenfalls die Dezember-Entlastung – über die jährliche Heizkostenabrechnung ihres Vermieters. Dazu haben Vermieter ein Jahr Zeit, doch über die Höhe der voraussichtlichen Entlastung müssen sie im Monat Dezember 2022 informieren.

Gas- und Strompeisbremse
Die Bundesregierung bringt derzeit weitere Entlastungen für Haushaltskunden und Unternehmen in Form von Gas- und Strompreisbremsen auf den Weg. Sie orientiert sich dabei am Abschlussbericht der Expertinnen-Kommission Gas und Wärme. Demnach sollen die „Basisbedarfe“ für Energie aller Verbraucher vergünstigt abgerechnet werden. Die genaue Ausgestaltung wird hier geschildert, sobald belastbare Informationen vorliegen.

EU-Strompreisdeckel und Übergewinnabgabe für Unternehmen der fossilen Energien
Bei der Finanzierung der Strompreisbremse kommt ein EU-weiter Beschluss zum Tragen: Die Mitgliedsstaaten haben sich darauf geeinigt, Zufallsgewinne bei der Stromerzeugung abzuschöpfen und an die Endverbraucher umzuverteilen. Denn Betreiber günstiger Anlagen konnten zuletzt durch das Merit-Order-Prinzip sehr hohe Erlöse erzielen.
Die Konzerne müssten einen Teil der Gewinne abführen, die jetzt ungewöhnlich hoch ausfallen. Über diese Abgabe sollen Haushalte und Unternehmen entlastet werden.

Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas
Seit dem 1. Oktober gilt eine reduzierte Mehrwertsteuer auf den Gaspreis (7 anstelle von 19 Prozent) bis zum 31. März 2024. Die Stadtwerke Stuttgart geben die Reduktion entsprechend weiter.
 

icon/arrow-right Gibt es weitere staatliche Hilfen gegen gestiegene Preise?

Die Bundesregierung hat in diesem Jahr drei Entlastungpakete auf den Weg gebracht, um die Preisentwicklung zu dämpfen. Informationen dazu hat das Bundesfinanzministerium auf seiner Website veröffentlicht. Hier exemplarisch ein Überblick über Entlastungspaket III:

  • Erhöhung beim CO2-Preis wird um ein Jahr verschoben
  • Reduzierung der Netzentgelte
  • Erhöhung des Kindergeldes um 18 Euro monatlich für das erste, zweite und dritte Kind für die Jahre 2023 und 2023
  • Einmalzahlung in Höhe von 200 Euro für Studierende
  • Ausweitung des Kreises der Wohngeldberechtigten auf 2 Mio. Bürgerinnen und Bürger. Dauerhafte Einführung einer Klima- und Heizkostenkomponente
  • Zweiter Heizkostenzuschuss für Wohngeldempfänger von September bis Dezember 2022
  • Einmalzahlung für Rentnerinnen und Rentner von 300 Euro zum 1. Dezember
  • Anhebung der Höchstgrenze für Minijobber auf 2.000 Euro zum 1. Januar 2023
  • Verlängerung des Kurzarbeitergeldes
  • Ablösung des Arbeitslosengelds II und des Sozialgelds durch das moderne Bürgergeld zum 1. Januar 2023
  • Anpassung der Tarifeckwerte im Einkommenssteuertarif ab 1. Januar 2023
  • Bundesweites Nahverkehrsticket in der Nachfolge des 9-Euro-Tickets (Ziel: 49 bis 69 Euro pro Monat)
  • Absenkung der Umsatzsteuer in der Gastronomie
  • Schnelle Umsetzung der globalen Mindestbesteuerung
  • Abschaffung der Doppelbesteuerung in der Rente, Rentenbeiträge ab 1. Januar voll absetzbar
  • Senkung der Umsatzsteuer auf Gas auf sieben Prozent ab 1. Oktober bis Ende März 2024
  • Entfristung der Home-Office-Pauschale
  • Anhebung des Arbeitnehmerpauschbetrags um 200 Euro auf 1.200 Euro
  • Anhebung der Fernpendlerpauschale von 35 auf 38 Cent ab dem 21. Kilometer

Abschaffung der EEG-Umlage
Die Bundesregierung hat die EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 bereits auf 0 Cent abgesenkt und zum 1. Januar 2023 vollständig abgeschafft.

icon/arrow-right Warum bestimmt der Gaspreis den Strompreis?

Strom wird auch in Gaskraftwerken produziert. Das macht aber weniger als 15 Prozent der gesamten Stromversorgung in Deutschland aus. Trotzdem bestimmt der Gaspreis den Strompreis. Der Hauptgrund ist das so genannte Merit-Order-Prinzip. Es besagt, dass das teuerste Kraftwerk den Strompreis an der Börse bestimmt. Derzeit ist Gas die kostspieligste Stromquelle. Weil Betreiber günstigerer Kraftwerke durch diesen Mechanismus Zufallsgewinne auf Kosten der Energieverbraucher machen, hat die EU eine Gewinnobergrenze eingezogen: Alle Mitgliedsstaaten werden dazu verpflichtet, die Übergewinne, die mit günstigen Kraftwerken erzielt werden, abzuschöpfen und an die Endverbraucher zu verteilen. Das ist auch bekannt als Strompreisbremse der EU. Die Ausgestaltung wird derzeit vom Gesetzgeber auf den Weg gebracht. 

icon/arrow-right Wie gehen die Stadtwerke Stuttgart mit den neuen staatlichen Gasumlagen um?
Die Bundesregierung hat die Gasbeschaffungsumlage noch vor der Einführung gekippt. Das bedeutet, dass die Stadtwerke Stuttgart die bereits angekündigte Umlage nicht von ihren Gas-Kundinnen und Kunden erheben werden. Die Stadtwerke Stuttgart müssen allerdings weiterhin ab dem 1. Oktober für jede Kilowattstunde, die sie bei ihrer Kundschaft abrechnen, die zwei weiteren Umlagen an den Gesetzgeber abführen: die Gasspeicherumlage und die bereits bekannte Bilanzierungsumlage. Die Stadtwerke Stuttgart profitieren nicht von diesen Umlagen, sondern reichen diese eins zu eins weiter.
icon/arrow-right Was passiert mit dem Geld aus der Gasspeicherumlage?
Hintergrund der Gasspeicherumlage sind die neuen gesetzlichen Füllstandsvorgaben für Gasspeicher. Sie entschädigt den sogenannten Marktgebietsverantwortlichen Trading Hub Europe für die Ersatzbeschaffungskosten für Gas zur Sicherstellung der Versorgungssicherheit. 
icon/arrow-right Was passiert mit dem Geld aus der Bilanzierungsumlage?
Die Bilanzierungsumlage gibt es schon seit 2015 – sie lag zuletzt bei 0 Cent. Sie wird für den sogenannten Regelenergieausgleich erhoben. Regelenergie wird im Gasnetz benötigt, um die Differenz zwischen Ein- und Ausspeisungen von Erdgas auszugleichen und damit den Druck stabil zu halten. Alle 12 Monate wird der Betrag vom sogenannten Marktgebietsverantwortlichen, der Trading Hub Europe (THE), neu berechnet und erhoben. Der Betrag deckt die Kosten des Regelenergieausgleichs.  
icon/arrow-right Wie hoch sind die Gasumlagen und wie wirken sie sich auf meinen Gaspreis aus?
  1. Für den Zeitraum 1. Oktober bis 31. Dezember 2022 wurde die Gasspeicherumlage festgelegt: 0,059 Cent/kWh netto.
  2. Für ein Jahr festgelegt wurde die Bilanzierungsumlage für Haushaltskunden: 0,57 Cent/kWh netto.

Insgesamt macht das derzeit eine Erhöhung von 0,629 Cent pro Kilowattstunde netto aus. Um die betroffenen Gaskundinnen und -kunden zu entlasten, hat die Bunderegierung eine Absenkung der Mehrwertsteuer auf Gas beschlossen – sie soll von 19 auf 7 Prozent fallen.
Diese Absenkung wird von den Stadtwerken Stuttgart eins zu eins ab 1. Oktober 2022 umgesetzt. 

icon/arrow-right Was war die Intention der Gasbeschaffungsumlage und weshalb kommt sie doch nicht?

Mit den Einnahmen aus der Gasbeschaffungsumlage sollten gasimportierende Unternehmen unterstützt werden, die durch die Verwerfungen am Markt in existenzielle Nöte geraten sind. Sie zu retten, ist notwendig, damit die Lieferkette von Gas aufrecht erhalten bleibt. In Not sind sie geraten, weil sie langfristige Verträge mit dem russischen Unternehmen Gazprom haben, Russland aber kein Gas mehr nach Deutschland liefert. Die Importeure müssen deshalb kurzfristig Ersatz aus anderen Ländern beschaffen und das teilweise zum zehnfachen Preis dessen, was sie für die bestellten Mengen bezahlen hätten müssen. Diese Mehrkosten sollten mit der Gasumlage auf alle Verbraucher verteilt werden, um die Unternehmen vor der Insolvenz zu schützen. 
Die Entwicklung am Gasmarkt war jedoch so dynamisch, dass sich die Bundesregierung verpflichtet sah, Uniper, den größten Gasimporteur, zu verstaatlichen, um ihn vor dem wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten und die Funktion der Gasversorgung in Deutschland bestmöglich zu erhalten.  

icon/arrow-right Welche Prognosen gibt es für den Strompreis?

Eine Entspannung der Energiepreise ist aktuell nicht in Sicht. Günstiges Erdgas aus Russland hat unsere Preise lange Zeit geprägt. Der künftige Strompreis hängt von folgenden Faktoren ab:

  1. Zum einen von der Verfügbarkeit von Erdgas und dessen Preis. Denn in Gaskraftwerken wird Erdgas zur Stromherstellung eingesetzt. 
  2. Mehr sonnige Tage und stetiger Wind würden das Angebot von Ökostrom an den Beschaffungsmärkten vergrößern. Das würde sich stabilisierend oder sogar senkend auf die Strompreise auswirken.
  3. Entspannung bringt der Wegfall der EEG-Umlage und weitere Entlastungen (siehe staatliche Hilfen/EEG-Umlage).
  4. Je weniger Strom benötigt wird, desto stärker sinkt die Nachfrage, was wiederum auch Auswirkungen auf die Preisentwicklung haben kann.

Auf EU-Ebene wurde am 30. September ein gemeinsames Vorgehen zum kurzfristigen Abfedern der steigenden Strompreise beschlossen: Alle EU-Mitgliedsstaaten sind jetzt dazu verpflichtet, Übergewinne bei der Stromerzeugung abzuschöpfen und an die Endkunden umzuverteilen. Denn auf dem europäischen Strommarkt gilt das Merit-Order-Prinzip. Demnach bestimmt das teuerste Kraftwerk am Markt den Strompreis. Das bedeutet konkret, dass derzeit das sehr teure Gas, das in Gaskraftwerken verstromt wird, den Preis für eine Kilowattstunde Strom bestimmt – unabhängig von der Herkunft. So konnten Betreiber günstigerer Kraftwerke, wie zum Beispiel Erneuerbarer-Energien-Anlagen, Kohlekraftwerke der AKWs allein durch die Gasknappheit und ohne eigenes Zutun sehr hohe Gewinne erzielen.

icon/arrow-right Ist bei den Energiepreisen eine Entspannung in Sicht?

Alle Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass Energie in den kommenden Jahren grundsätzlich teurer wird. Energieversorger müssen zu den aktuellen Preiskonditionen für die kommenden Jahre Energie einkaufen. Das wird sich auch im nächsten und übernächsten Jahr auf alle Kundinnen und Kunden auswirken.

Versorgungssicherheit

icon/arrow-right Ist die Versorgung mit Erdgas in diesem Winter gesichert?

Mitte November sind die Gasspeicher zu fast 100 Prozent gefüllt und das Wetter ist mild. Doch die Heizperiode steht noch am Anfang. Falls es durch die angespannte Gasversorgung zur Gasmangellage kommt, ist der Gasnotfallplan maßgeblich. Ziel ist es dann, geschützte Abnehmer wie Krankenhäuser, soziale Einrichtungen und alle Privatkunden zu jeder Zeit weiter sicher zu versorgen. Da je nach Wetterlage und Gasverbrauch eine Verschlechterung der Gasversorgung nicht ausgeschlossen werden kann, stehen die Betreiberunternehmen der Gasnetze und Gasspeicher in engem Kontakt mit der Bundesnetzagentur. Falls die Notfallstufe des Notfallplans Gas ausgerufen wird, übernimmt die Behörde als Bundeslastverteiler das Heft des Handelns (siehe nachfolgende Fragen unter "Hintergründe zur Krise").

icon/arrow-right Ist die Stromversorgung durch die Stadtwerke Stuttgart gesichert?

Für die Stromerzeugung sind auch Gaskraftwerke im Einsatz. Der Anteil der Gasverstromung ist allerdings rückläufig. In Deutschland wird Strom je nach Wetterlage zu etwa 50 Prozent aus Erneuerbaren Energien gewonnen. Das sind Wind, Sonne, Wasserkraft und Biogas. Mit dem EKBG = Ersatzkraftwerkebereithaltungsgesetz, das am 11. Juli in Kraft getreten ist, wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass jetzt außerdem mehr Strom aus anderen fossilen Energieträgern erzeugt werden kann. Für die Stromproduktion können bei Gasmangel Kohle- und Ölkraftwerke wieder ans Netz gehen, die aufgrund ihrer schlechten CO2-Bilanz den Betrieb eingestellt hatten. So ist die Stromproduktion auch bei wenig Erdgas möglich.

Damit wir gut durch die Heizperiode kommen, ist Energiesparen jetzt das Gebot der Stunde. Tipps zum Energiesparen haben wir Ihnen auf unserer Website zusammengestellt. 

icon/arrow-right Von wem kann ich verlässliche Informationen erhalten über die aktuelle Versorgungslage?

Die Stadtwerke Stuttgart informieren transparent und verlässlich. Die Situation entwickelt sich gerade sehr dynamisch. Wer sich auf dem aktuellen Stand halten will, verfolgt aktuell seriöse Tagesmedien. Wichtigste Quelle sind Informationen der Bundesregierung und Bundesnetzagentur.

icon/arrow-right Woher stammt das Erdgas der Stadtwerke Stuttgart?

Wir beziehen unser Erdgas in einer Einkaufsgemeinschaft mit anderen Stadtwerken von europäischen Handelsplätzen. Eine Zuordnung zu konkreten Lieferanten können wir daher nicht gewährleisten. Der Herkunftsmix entspricht dem europäischen Durchschnittsmix. 

icon/arrow-right Welche Gas-Alternativen gibt es überhaupt für die Wärmebereitstellung?

Kurzfristig gibt es leider keine: Wer mit Erdgas heizt, ist an die Heizungstechnik gebunden. Umso wichtiger ist es daher, den Gasverbrauch zu senken, wo immer es möglich ist. Tipps zum Energiesparen haben wir Ihnen auf unserer Website zusammengestellt. Aktuell versucht man, in Deutschland zusätzliche Kapazitäten für verflüssigtes Erdgas aufzubauen (Liquid Natural Gas, LNG). Dieses wird mit Schiffen u.a. aus den USA gebracht. In Europa gibt es rund 40 LNG-Terminals, die in ein europäisches Verbundnetz einspeisen. Darüber können Teile fehlender Erdgasmengen ergänzt werden – komplett ersetzen lassen sie sich nicht. Aktuell bemüht sich die Politik um die Errichtung des ersten LNG-Terminals in deutschen Häfen; die Inbetriebnahme der Terminals in Wilhelmshaven und Brunsbüttel ist bereits zum Jahreswechsel 2022/2023 geplant. Um den Bau zu beschleunigen, hat das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie eine vorzeitige Baugenehmigung erteilt.

icon/arrow-right Kann Erdgas durch Wasserstoff ersetzt werden?

Grüner Wasserstoff ist ein wichtiger Baustein für die Energiewende in Deutschland. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es aber noch keine flächendeckende Versorgung mit dem klimaneutralen Gas. In den nächsten Jahren sollen sowohl die Erzeugungskapazitäten als auch die Infrastruktur kräftig ausgebaut werden. Inwieweit sich etwa das bestehende Erdgasnetz für den Wasserstofftransport eignen würde, wird aktuell noch untersucht.

icon/arrow-right Was kann ich tun, um vom Erdgas loszukommen?

Das ist ein komplexes Anliegen: Erdöl und Erdgas sind als fossile Energien mit Blick auf die Anstrengungen im Klimaschutz Auslaufmodelle. Erdöl verursacht sogar deutlich mehr CO2-Emissionen als Erdgas. Für Gebäudeeigentümer gibt es folgende Optionen: Sinnvoll dämmen, damit moderne Heizungsalternativen auf Basis von erneuerbaren Energien effizient arbeiten wie zum Beispiel eine strombetriebene Wärmepumpe. Kurzfristig ist immer Solarthermie für Warmwasserbereitung möglich, an einigen Stellen auch der Anschluss an ein Nahwärmenetz. Solche betreiben die Stadtwerke Stuttgart unter anderem auf dem Olga-Areal und im Neckarpark.

icon/arrow-right Kann meine Gasversorgung bei Gasmangel zeitweise unterbrochen werden?

Nein, denn durch den Notfallplan Gas sind private Verbraucher und bestimmte Einrichtungen wie Krankenhäuser und soziale Einrichtungen geschützt – auch bei Eintreten der Notfallstufe.

icon/arrow-right Sind elektrisch betriebene Heizlüfter und Radiatoren eine sinnvolle Alternative?

Auf keinen Fall! Mit elektrischer Energie Wärme zu erzeugen ist – mit Ausnahme von Wärmepumpen – eine sehr ineffiziente Art des Heizens. Der Wirkungsgrad ist sehr gering: Die Menge an Energie, die das Gerät benötigt, steht in keinem Verhältnis zur tatsächlich erzeugten Wärme. Deshalb sind diese Zusatzheizungen, wie der Name schon sagt, nur für den temporären Gebrauch – beispielsweise bei einem kurzen Aufenthalt in einem unbeheizten (Keller-)raum – sinnvoll. Elektrische Zusatzheizungen sind bei Dauerbetrieb extrem kostspielig, die Geräte sind auch technisch nicht für den Dauerbetrieb ausgelegt. Das Netz würde bei einer vielfachen Nutzung zwar nicht unbedingt in die Knie gehen – vielmehr würde der Schutzmechanismus der Hausanschlusssicherung greifen.

Hintergründe zur Krise

icon/arrow-right Welche Auswirkungen hat der Ukraine-Krieg auf den Erdgasbezug in Deutschland?

Der Krieg in der Ukraine erschüttert uns alle. Der Konflikt hat auch Auswirkungen auf die Energieversorgung Europas. Die Bundesregierung hat gemeinsam mit der Bundesnetzagentur und in Absprache mit anderen Regierungen Vorkehrungen getroffen, um die Gasversorgung abzusichern. Seit dem 23. Juni gilt die Alarmstufe des Notfallplans Gas der Bundesrepublik Deutschland. Diese Situation ist für uns ein weiterer Ansporn, den Bezug von fossilen Energiequellen zu ersetzen und den Ausbau von Erneuerbaren Energien weiter zu beschleunigen. Danke für Ihre Unterstützung dabei!

icon/arrow-right Was bedeutet die „Alarmstufe“?
Die Lieferausfälle aus Russland führen dazu, dass die ausgefallenen Erdgasmengen zu sehr hohen Preisen am Markt beschafft werden müssen. Die Versorgung mit Gas ist zwar aktuell gewährleistet und die Gasspeicher sind zu Beginn des Winters gut gefüllt. Die Versorgungslage hängt allerdings weiterhin unmittelbar vom Gasverbrauch ab. Die Gasspeicher haben den Zweck, Schwankungen beim Gasverbrauch auszugleichen. Im Laufe der Kälteperiode nimmt der Füllstand je nach Verbrauch ab. Sparen ist deshalb zwingend notwendig – insbesondere mit Blick auf das Folgejahr. Denn sollten im Frühjahr 2023 die Gasspeicher leer sein, wird es noch schwieriger, den notwendigen Füllstand zu erreichen. Denn anders als noch im Frühjahr 2022 ist 2023 mit gar keinen Lieferungen aus Russland mehr zu rechnen. Die Alarmstufe sendet das klare Signal an alle Gasverbraucher, dass jetzt dringend Gas eingespart werden muss. Parallel arbeiten viele Stellen daran, die Versorgungssituation bis zum Ende der anstehenden Heizperiode möglichst gut abzusichern. Mit der Alarmstufe erhöhen sich die Informationspflichten der Gasnetzbetreiber an die Bundesnetzagentur: so behält die Politik gemeinsam mit Unternehmen der Energiewirtschaft die Lage genau im Auge. Sollte es zu einer schlechteren Versorgungslage, etwa durch einen zu hohen Gasverbrauch kommen, kann die Bundesregierung die dritte Stufe des Notfallplans Gas ausrufen.
icon/arrow-right Wie ist die Versorgung mit Erdgas in Krisen bundesweit geregelt?

Es gibt ein europäisches Sicherungssystem, das in Deutschland über den „Notfallplan Gas für die Bundesrepublik Deutschland“ greift. Dieser ermöglicht es den deutschen Behörden, in drei Krisenstufen tätig zu werden.

  1. Frühwarnstufe
  2. Alarmstufe
  3. Notfallstufe

Die Stufen bieten der Bundesregierung verschiedene Möglichkeiten, in die Gasversorgung einzugreifen. Das sind: Rückgriff auf Speicher, Bezug aus alternativen Lieferquellen, Wechsel auf andere Energieträger oder vertragliche Abschaltvereinbarungen mit der Industrie. Erst in der Notfallstufe übernimmt die Bundesnetzagentur das Heft des Handelns und kann Leistungsreduzierungen und Abschaltung industrieller Abnehmer anordnen. Ziel ist es dann, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten und alle Privathaushalte zu versorgen.

icon/arrow-right Wann tritt die Notfallstufe in Kraft?
Formal muss das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz die Notfallstufe ausrufen. Das kann notwendig werden, wenn eine weitere Verschlechterung der Versorgungssituation eintritt. Eine Ursache könnte sein, dass noch weitere Gasbezugsquellen ausfallen oder in der Heizperiode zu viel Gas verbraucht wird. 
icon/arrow-right Was passiert, wenn die Notfallstufe in Kraft tritt?

In der Notfallstufe kann der Staat umfangreich in die Gasversorgung und -verteilung eingreifen. Das Ziel ist dann, die Belieferung geschützter Verbraucher zu gewährleisten – dazu zählen Privathaushalte, Krankenhäuser und soziale Einrichtungen. Die Bundesnetzagentur wird in dieser Stufe als Bundeslastverteiler tätig und übernimmt hoheitliche Pflichten. Dazu zählt auch die Anordnung zu Abschaltungen im Gasnetz. In diesem Fall kommen jene Abschaltreihenfolgen zum Tragen, die seit Eintreten der Frühwarnstufe nach Kriterien der Bundesnetzagentur festgelegt wurden. Das ist im Notfallplan Gas so geregelt: Industriebetriebe mit großem Gasbedarf müssen mit Inkrafttreten der Frühwarnstufe Einsparpotentiale benennen. Das kann der Umstieg auf andere Energieformen sein, die Reduzierung der Leistung einzelner Aggregate oder das Schließen ganzer Betriebsteile. Aufgabe des örtlichen Gasnetzbetreibers ist es, anhand von Kriterien der Bundesnetzagentur eine Abschaltreihenfolge festzulegen.

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