Windkraft im Tauschwald: Messmast wird gebaut
In den kommenden Wochen werden die Stadtwerke Stuttgart mit dem Bau eines 100 Meter hohen Windmessmasts im Stuttgarter Tauschwald nahe des Stadtteils Wolfsbusch im Stadtbezirk Weilimdorf beginnen. Das Baurechtsamt der Stadt Stuttgart hat jetzt die entsprechende Genehmigung erteilt.
Mindestens ein Jahr lang soll der Mast exakt aufzeichnen, wie stark der Wind in verschiedenen Höhen über den Stuttgarter Tauschwald weht. Aufgrund der exponierten Lage (bis zu 430 Meter ü. NN) eignet sich das Gebiet voraussichtlich für den Bau einer effizienten Windkraftanlage. Die Stadtwerke Stuttgart planen hier zwei 140-Meter-Windräder mit einer Leistung von je 2.400 Kilowatt. Rechnerisch könnten die Anlagen etwa 4000 Stuttgarter Haushalte mit Strom versorgen.
„Bislang liegen uns für unsere Berechnungen nur die Daten aus dem Windatlas Baden-Württemberg vor. Das ist für unsere Investitionsentscheidung aber nicht ausreichend“, erklärt der Technische Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart, Dr. Michael Maxelon, den Grund für den Bau des Masts.
Installiert worden ist bereits eine so genannte Fledermaushorchbox, die den Herbstzug der Fledermäuse am Standort aufzeichnet. Die Daten sind für die artenschutzrechtlichen Untersuchungen erforderlich, die bereits begonnen haben.
Bereits im Juni wurden die Fundamente für den Stahlgittermast gegossen. Dieser wird von sechs Abspannseilen die im Boden verankert sind gehalten. Damit der Mast für die Piloten von Flugzeugen und Hubschraubern sichtbar ist, wird er im oberen Teil rot-weiß angestrichen und mit Blinklichtern ausgestattet.
Nach dem Ende der voraussichtlich einjährigen Messphase wird der Mast vollständig abgebaut – ohne Rückstände.
Am Montag, 30. September, um 18.30 Uhr informieren die Stadtwerke Stuttgart interessierte Bürger der Stadtbezirke Feuerbach, Weilimdorf und Botnang anlässlich einer gemeinsamen Bezirksbeiratssitzung über Details der Windrad-Planung. Die Sitzung findet im Kultur- und Bürgerhaus Feuerbach statt. In der Woche vor der Sitzung bieten die Stadtwerke eine weitere Informationsveranstaltung vor Ort, direkt am Windmessmast an.