Elektromobilität: Wie geparkte Autos mit künstlicher Intelligenz optimal laden - Ein Projektverbund erforscht, wie sich Überlastungen von Verteilnetzen vermeiden lassen.

04.06.2020 -

In dem neuen angewandten Forschungsprojekt KI-LAN (KI-basiertes netzdienliches Lademanagement beim Parken unter verschiedenen Nutzungsszenarien) untersucht eine Gruppe von mehreren Projektpartnern, wie Elektroautos gleichzeitig ideal laden können. Ziel ist es, ein intelligentes Lademanagementsystem auf Basis einer künstlichen Intelligenz zu entwickeln und sich somit mehr Wissen über den nachhaltigen Betrieb in Parksituationen mit einer hohen Anzahl an modularen Ladepunkten anzueignen. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg fördert das Vorhaben unter Führung des Instituts für Arbeitswirtschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart bis zum Frühjahr 2021 mit insgesamt rund 500.000 Euro. Projektträger ist das Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Um ein optimales Lade- und Lastmanagementsystem zu erarbeiten, werden zwei Nutzungsszenarien für Ladestationen untersucht: Parken im urbanen Raum während der Arbeitszeit und bei Veranstaltungen sowie Parken während der Arbeitszeit im ländlichen Raum. Hierfür stellen das Wizemann-Areal in Stuttgart und die Marquardt GmbH in Rietheim-Weilheim eigens dafür aufgebaute Ladestationen auf ihren Parkflächen zur Verfügung.

Im Anschluss entwickeln die Projektteilnehmer durch ein prognosebasiertes Lademanagement Algorithmen, die den Ladevorgang steuern. Mit Hilfe künstlicher Intelligenz wird ermittelt, welche Leistung am Standort zum Laden der Fahrzeuge zur Verfügung steht. Die Umfänge und Kosten des Ausbaus der zugehörigen Netz- und Ladeinfrastruktur könnten somit verringert und der Netzanschluss optimal ausgenutzt werden. Dabei sollen die erarbeiteten Lösungen auf weitere Anwendungsfälle und Geschäftsmodelle übertragbar sein.

Diese Verbundpartner sind am Projekt beteiligt

Zu dem Verbund, der am Projekt forscht, gehören neben den benannten Unternehmen und dem KIT die folgenden Beteiligten: die Hochschule Furtwangen, das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart, das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) und das Kompetenzzentrum für energetische und informationstechnische Mobilitätsschnittstellen (KEIM) an der Hochschule Esslingen, die Netze BW GmbH, die Stadtwerke Stuttgart GmbH mit Ihrer Tochter Stuttgart Netze GmbH, die BridgingIT GmbH, die chargeIQ GmbH, die Stadt Stuttgart sowie das Institut für Nachhaltige Energietechnik und Mobilität (INEM) der Hochschule Esslingen. Das Konsortium wird vom Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement (IAT) der Universität Stuttgart angeführt.

So tragen Stadtwerke Stuttgart und Stuttgart Netze zu dem Projekt bei

Die Stadtwerke Stuttgart sind in dem Projekt für operative Fragen wie Planung, Installation und Service verantwortlich. Zudem entwickeln sie zusammen mit der Firma Securtion ein innovatives Brandschutzkonzept für Parkhäuser. "Brandschutz ist gerade für Ladepunkte in geschlossenen und mehrgeschossigen Gebäuden extrem wichtig. Solche Konzepte werden vermehrt von Parkhausbetreibern nachgefragt, und perspektivisch werden dies wohl auch Versicherungen verlangen", sagt Olaf Kieser, Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart.

Für die Stadtwerke-Tochter Stuttgart Netze steht im Fokus, wie Lademanagementsysteme als Alternative zum konventionellen Netzausbau dienen können. "Insbesondere in städtischen Regionen wie Stuttgart, wo in den kommenden Jahren eine hohe Durchdringung an Elektrofahrzeugen erwartet wird, sind die Anforderungen an die Netze hoch. Da diese Ausbaumaßnahmen langwierig und teuer sind, wollen wir nun gemeinsam mit unseren Projektpartnern auch nach alternativen, gesamtwirtschaftlich sinnvollen Konzepten forschen", sagt Harald Hauser, technischer Geschäftsführer der Stuttgart Netze.

Fotos stehen rechts im Downloadbereich für die Berichterstattung kostenfrei zur Verfügung (Fotocredit: Stadtwerke Stuttgart).

Kundencenter weiterhin per Telefon und Email erreichbar – ab sofort Besuch im Kundencenter nach Terminvereinbarung möglich

11.05.2020 - Aus Gründen des Infektionsschutzes ist das Kundencenter der Stadtwerke … mehr