Stadtwerke und Netze BW wollen Energiewende in Stuttgart vorantreiben

21.03.2014 -

Oberbürgermeister Fritz Kuhn sieht Stuttgart bei der Energiewende auf einem zukunftsweisenden Weg. „Wir können zeigen, dass die Energiewende auch in einer Großstadt gelingen kann, die ja eine viel komplexere Infrastruktur hat als der ländliche Raum“, sagte Kuhn am Freitag, 21. März, nach einem Gespräch mit Unternehmensspitzen von EnBW AG und Stadtwerken Stuttgart GmbH im Rathaus. Der Oberbürgermeister sprach von einer „revolutionären Keimzelle“ und wollte dies als Ansporn für die beiden Unternehmen bei der Kooperation nach der Vergabe der Konzessionen für die Gas- und Stromnetze verstanden wissen.

Der Stuttgarter Gemeinderat hatte am 13. März einen neuen Eigentümer für das Gas- und das Stromnetz bestimmt: Eine Gesellschaft aus der Stadtwerke Stuttgart GmbH, eine Tochter der Stadt Stuttgart, und der Netze BW GmbH, eine Tochter der EnBW AG, erhält die Konzession für die kommenden 20 Jahre. Kuhn sagte nach dem Spitzengespräch: „Jetzt gilt es die Kooperation mit Leben und Personen zu füllen.“ Es sei erneut klar geworden, dass hier Partner auf Augenhöhe am Werk sind. Dr. Frank Mastiaux, Vorsitzender des Vorstands der EnBW AG, sagte, Stuttgart könne zur „Stadt der Energiewende“ werden. Er freue sich auf die Zusammenarbeit und führte aus: „Energieversorger wie die EnBW müssen ihre Rolle und ihr Selbstverständnis neu definieren. Wir sehen uns in der Rolle des Partners der Stadt und des Partners der Stadtwerke. Partner ist für uns kein wohlfeiles Bekenntnis, sondern ein Schlüsselbegriff unserer Strategie, an dem wir uns messen lassen.“ Dr. Michael Maxelon, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke Stuttgart GmbH, bezeichnete den Erhalt der Konzession als „großen Erfolg für unser beider Unternehmen. Wenn das Vorhaben gelingt, kann es zu einem Modell für Deutschland werden. Denn: Das Netzgeschäft ist das klassische Standbein für Stadtwerke – und auch eine wichtige Plattform bei der Energiewende.“ Steffen Ringwald, Leiter Kommunale Beziehungen der EnBW AG, betonte, man wolle jetzt „mit Leidenschaft und Energie das neue Unternehmen aufbauen. Dies ist gerade für unsere Mitarbeiter ein starkes Signal: Jetzt haben sie eine klare Perspektive.“

Als nächste Schritte vereinbart wurden u. a. der Abschluss der notwendigen Verträge für das Kooperationsmodell, die Gründung der gemeinsamen Gesellschaften und als Ziel die Eintragung ins Handelsregister bis zum 31. August 2014. Außerdem sollen schon in nächster Zeit auch die Mitarbeiter beider Unternehmen ihre Erfahrungen untereinander austauschen. Ungeachtet der Kooperation im Eigentum und beim Betrieb der Netze bleiben die Unternehmen im Vertrieb von Strom und Gas Wettbewerber. Sie wollen Kunden auch künftig eigene Angebote unterbreiten.

Hintergrund: Beschluss des Gemeinderats

Die Kooperationsmodelle sehen zunächst je eine Netzeigentums- und eine Netzbetreibergesellschaft sowohl für das Strom- wie für das Gasnetz vor. In der Eigentumsgesellschaft hat die Landeshauptstadt von Anfang an eine Mehrheit von 74,9 Prozent. In der Betreibergesellschaft ist die Landeshauptstadt in der Aufbauphase bis 2019 mit 25,1 Prozent beteiligt. Nach fünf Jahren, ab dem 1. Januar 2019, würde dann durch Verschmelzung der beiden Gesellschaften eine sogenannte „Große Netzgesellschaft“ entstehen, bei der die Landeshauptstadt 74,9 Prozent der Anteile halten würde.

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